Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 4

Konzentration

Schärfentiefe zur Reduktion

Schärfentiefe zur Reduktion

Schon zu Beginn des ersten Tipps dieser Reihe habe ich darauf hingewiesen, dass es wichtig ist, ein Bild nicht zu chaotisch zu gestalten. Es ist oft besser, sich auf einen Hauptakteur zu beschränken. Diese Beschränkung kann auf ganz unterschiedliche Arten geschehen. Du kannst zum Beispiel einen engeren Auschnitt wählen, oder, was oft besser ist, näher herangehen. Eine klassische Methode für weniger Durcheinander im Bild  ist die Verwendung geringer Schärfentiefe. (Mehr zur Schärfentiefe in meinem Fotolehrgang im Internet.)

Nicht zu ernst nehmen! Es handelt sich bei diesen Tipps keinesfalls um Gesetze, die man nicht brechen darf. Es sind nur Hinweise, die auch tendenziell langweilige Bilder, deren Inhalt den Betrachter nicht von vornherein fesselt, „erträglich“ machen können. Ein Bild mit einem spannenden Inhalt, einer spannenden Idee, kann dagegen trotz (oder wegen) einer Missachtung dieser Überlegungen ein tolles Bild ergeben. Je mehr man sich mit Gestaltung und Inhalt der eigenen (und fremder) Bilder auseinandersetzt, desto eher wird man in die Situation kommen, solche Hinweise nicht mehr zu benötigen oder auch bewusst missachten zu können. Solange man da noch nicht angekommen ist, kann es helfen, diese Hinweise bei der Planung/Gestaltung der eigenen Bilder zu berücksichtigen.

Mit einer geringen Schärfentiefe wie im unteren Bild kannst Du einen mit seinen vielen Details ablenkenden Hintergrund einfach ausblenden. Das ist einer der vielen Wege um den Bildinhalt auf das wirklich wichtige zu reduzieren. Wenn Du die Blende öffnest (eine kleine Zahl einstellst) wird die Schärfentiefe geringer und der Hintergrund erscheint so schärfer. Wenn Du die Blende schließt (eine große Blendenzahl wählst), wächst die Schärfentiefe. Die Eselsbrücke ist also recht einfach: Kleine Zahl – kleine Schärfentiefe Große Zahl – große Schärfentiefe Um in Deinen Fotos die Schärfentiefe mit der Blende steuern zu können, solltest Du entweder mit manueller Belichtung fotografieren oder die Blendenvorwahl (‹A› oder ‹AV›) nutzen.

Kann man die Schärfentiefe nur mit der Blende beeinflussen?

Kann man die Schärfentiefe nur mit der Blende beeinflussen? Nein, die Schärfentiefe wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Sensorgröße, Aufnahmeabstand, Brennweite und Öffnung der Blende spielen dabei eine Rolle.

  • Kleine Sensorgröße (Bridge- oder Kompaktkamera) ➤ große Schärfentiefe
  • Große Sensorgröße (DSLR, System oder Vollformatkameras) ➤ kleine Schärfentiefe
  • Großer Aufnahmeabstand ➤ große Schärfentiefe
  • Geringer Aufnahmeabstand ➤ kleine Schärfentiefe
  • Kurze Brennweite (Weitwinkel,‚herauszoomen‘) ➤ große Schärfentiefe
  • Lange Brennweite (Tele, ‚heranzoomen‘) ➤ kleine Schärfentiefe und
  • Kleine Blendenöffnung (große Zahl) ➤ große Schärfentiefe
  • Große Blendenöffnung (kleine Zahl) ➤ kleine Schärfentiefe

In der Praxis steht Dir aber oft nur die Blende zum Steuern der Schärfentiefe zur Verfügung. Die Sensorgröße kannst Du nicht beeinflussen und die Kombination von Aufnahmeabstand und Brennweite brauchst Du, um das für die Bildgestaltung ebenfalls wichtige Verhältnis Vorder- zu Hintergrund zu steuern. (Siehe Tipp2) Und so bleibt Dir zum Steuern der Schärfentiefe primär die Blende.

Objektive mit hoher Lichtstärke, also der Möglichkeit, die Blende weit öffnen zu können (kleine Blendenzahl), lassen eine maximale Unschärfe zu, sind aber meist teuer. Eine erfreuliche Ausnahme bilden die Brennweiten um 50mm, die es bei einigen Herstellern mit Blendenöffnungen von 1.8 recht preiswert gibt. Sie sind eine gute Kombination von Preis und Leistung und eine Empfehlung, wenn Du in die Fotografie mit geringer Schärfentiefe einsteigen willst.

Hier sind zwei Anzeigen zu solchen Objektiven.
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Kompakt- und Bridgekameras haben oft einen kleinen Sensor und somit relativ viel Schärfentiefe. Um auch an diesen Kameras mit der Schärfentiefe eingreifen zu können, wirst Du nicht nur die Blende soweit wie möglich öffnen müssen (kleine Zahl), sondern auch mit langer Brennweite („rangezoomt“) nah an das Objekt herangehen und zusätzlich aus kurzer Distanz („Makro“) fotografieren müssen. Dadurch sind die Möglichkeiten in Bezug auf Vorder- / Hintergrund natürlich etwas eingeschränkt, aber da der Hintergrund ja eh unscharf werden soll, ist das evtl. gar nicht so schlimm.

/ 21. Jun 2016

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