Photoshop für 9,99€?

Seit einiger Zeit verfolgt die Photoshop-Mutter Adobe ja ein geändertes Geschäftsmodell, mieten statt kaufen lautet nun die Devise.
Die Vorgabe, die Software nicht zu kaufen, sondern quasi nur im Abonnement nutzen zu können, stieß bei den Kunden nicht nur auf Begeisterung. Speziell, da es keine Option ist, sondern quasi zum Zwang wird.
PS CS 6 soll die letzte Version von Photoshop sein, die noch als Produkt gekauft werden kann, alle weiteren Entwicklungen dieser Software sollen dann künftig nur noch gemietet werden können.

Vorteile

Das kann für professionelle Nutzer durchaus interessant werden. Zum einen kann so der recht hohe Preis beim Erstkauf (nicht Update) von zum Schluss bis zu 1400€ (Photoshop-Extended) auf einen längeren Zeitraum gestreckt werden. Und zum anderen muss die Software steuerlich nicht mehr über einen längeren Zeitraum abgeschrieben werden, die anfallenden Kosten können zeitnah direkt steuerlich geltend gemacht werden.
Nicht übersehen sollte man, dass Aktualsierungen so auch schneller direkt beim Nutzer ankommen können

Nachteile

Viele Nutzer, die lange mit der gleichen Version arbeiten können, weil für sie die neuen Features der neuen „Auflagen“ unwichtig sind, oder Amateure, die den steuerlichen Vorteil nicht nutzen können, empfinden die neue Regelung als eher suboptimal.
Auch im Profilager ist die Preisgestaltung einigen Kunden sauer aufgestoßen. Bisher waren etwa alle anderthalb bis zwei Jahre Updatekosten von ca. 300,00€ fällig. Und diese Kosten fielen nur an, wenn man wirklich updaten wollte. Auch mit einer nicht-aktualisierten Version konnte man weiterhin Bilder bearbeiten, dann waren es nur alle drei bis vier Jahre 300,00€ an Kosten. (Oder auch nie mehr, wenn man mit dem Status Quo langfristig zufrieden war)
Durch die neue Regelung werden jetzt jedes Jahr 300,00€ fällig – wenn man ein Jahresabo abschließt, sind monatlich 24,59€ fällig – also fast das doppelte gegenüber den zweijährlichen Updatekosten.
Und im Gegensatz zum bisherigen Modell, ist man gezwungen, regelmäßig zu zahlen. Wer nicht mehr bezahlt, bekommt nicht nur keine Aktualisierungen mehr, sondern er kann gar nicht mehr mit der Software arbeiten.
Das das auf viel Ablehnung stieß, war vorherzusehen.

Neuer Preis

Scheinbar waren die Einbußen durch die Ablehnung so groß, das Adobe jetzt ein neues Angebot unterbreitet. Bereits gestern gab es auf der englischsprachigen Seite einen Hinweis dazu. Dort werden 9,99$ angeführt.
Heute kam nun auch eine deutschsprachige Pressemitteilung von Adobe.
Wer eine der älteren Version von Photoshop hat (wohl ab CS3) kann ein Abo für 9,99€/mntl. bei Mindestlaufzeit von einem Jahr abschließen. Im Umfang enthalten ist dann auch Lightroom, das kommt quasi als Zückerchen noch obendrauf.

Abmahnung?

Dieses Angebot richtet sich nicht nur an gewerbliche Fachkunden, trotzdem gibt Adobe in der Pressemitteilung den Preis ohne die MwSt an. Im Endeffekt sind es also 11,89€, die man an Adobe zahlen muss. (Mal sehen, wer da die erste Abmahnung an Adobe schickt, so richtig regelkonform ist so eine Angabe es Verbraucherpreises ohne Mehrwertsteuer ja wohl nicht.)

Und jetzt?

Ich komme mit meiner PS CS 6 Version sicher noch einige Zeit hin, Lightroom 5 besitze ich auch schon (und ärgere mich über den fiesen Bug), insofern werde ich das Angebot wohl erst einmal nicht nutzen.
Ansonsten wäre es für mich schon interessant, aber ich würde ganz sicher versuchen, meine Daten immer in einer abwärtskompatiblen Fassung zu speichern, um nicht auf das Abo-Modell angewiesen zu sein.
Als Amateur würde ich evtl. mal sehen, was es noch so an Bildbearbeitungen gibt. Das kostenlose Gimp zum Beispiel würde ich in Betracht ziehen. Oder Photoshop Elements(*), den kleinen Bruder von PS, der mit etwas Zusatzsoftware recht gut aufgemotzt werden kann.

(*) Affiliate Link, wenn Du hierüber kaufst, zahlst Du nicht mehr und ich bekomme ein paar Prozente.

/ 06. Sep 2013

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