Geschenke für Fotografen

Es muss ja nicht gleich ein Fotoapparat sein

Es muss ja nicht gleich ein Fotoapparat sein

„Was schenkt man einem Fotoamateur?“
Die Frage erreicht mich immer wieder, so auch bei meinem gestrigen Gastspiel im Fernsehen. Zu Weihnachten werden die Fragen drängender, das ist verständlich. Aber die Antwort ist gar nicht so einfach, denn je nachdem, welche fotografischen Interessen der „Zubeschenkende“ hat, können ganz unterschiedliche Geschenke für einen Hobbyfotografen sinnvoll sein.

Um mich nicht zu verzetteln, werde ich jetzt im folgenden einige Geschenk aufführen, die meiner Meinung nach gerade beim Einstieg in die Fotografie hilfreich sein können. Zu den spezialisierteren Geschenken komme ich vielleicht ein andermal.

(Anm.: Eine aktuellere Version mit anderen zusätzlichen Geschenketipps für Fotografen habe ich hier veröffentlicht.)

Nicht ganz ohne Eigennutz hier zu Anfang zwei Anmerkungen:
Erstens: Vielleicht wäre ja ein Fotokurs bei mir (Link zu Kurs 1, Link zu Kurs 2) oder ein Bildbearbeitungskurs oder eines meiner Bücher auch ein passendes Geschenk.
Zweitens: Weiter unten findet Ihr unter anderem einige Angebote von Amazon. Wenn Ihr über die dort angegebenen Links kauft, erhalte ich einige Prozente Provision ohne dass es Euch mehr kostet.
Wenn Ihr die Sachen woanders günstiger seht, kauft dort.

Augenöffner

Ein lichtstarkes Objektiv ist eine gute Ergänzung für die üblicherweise mit den Einsteiger-Spiegelreflexkameras verkauften „Kit-Objektive“.
Diese sind, ein Zugeständnis an ihren Preis, oft nicht sehr lichtstark. Das bedeutet, man kann die Blende nicht sehr weit öffnen. Wenn das Licht dann nicht mehr reicht, muss man sehr früh schon mit höheren Empfindlichkeiten arbeiten (ISO Wert) oder den Blitz verwenden. Das eine führt zu technisch schlechteren Bildern (Rauschen), das andere zu gestalterischen Problemen (Schlagschatten etc.).
Beide Wege sind also keine optimalen Lösungen.

Gerade für Einsteiger hat sich dann ein 50 mm 1,8 Objektiv als wahrer Augenöffner erwiesen, denn hier kann man die Blende viel weiter öffnen.
Mit einem so lichtstarken Objektiv kann man dann auch bei wenig Licht noch gute Fotos machen.
Und darüber hinaus erlaubt dieser Objektivtyp auch noch Bilder mit einer geringen Schärfentiefe, also einem bewusst in der Unschärfe verschwindenden Hintergrund, aufzunehmen.
Diese Objektive sind für Spiegelreflex- und Systemkameras gedacht, bei Kompakt- und Bridgekameras dagegen kann man die Objektive ja nicht wechseln.
Praktischerweise entspricht der Bildwinkel, den diese 50er aufnehmen, an den meisten digitalen Spiegelreflex- und Systemkameras (an Nicht-Vollformat-Kameras) ziemlich genau dem der klassischen „Portraitobjektive“.
Da diese Objektive schon seit vielen Jahren hergestellt werden und ihre Konstruktion relativ einfach ist, können sie zu einem sehr günstigen Preis angeboten werden. Bei Canon liegt das um 100,00 bis 120,00 Euro, bei Nikon um 160,00 bis 200,00 Euro. (Die Preise sind den üblichen Schwankungen unterworfen.)

Für Canon:

Canon EF 50mm/ 1,8/ Objektiv II

Und für Nikon:

Nikon AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G Objektiv

Ausflug

Wie wäre es mit einem Geschenk, das Ihr evtl. so ein bisschen auch Euch selber macht?
Eine ein- (oder mehrtägige) Städtereise im Zeichen der Fotografie.
Da kann man dann eine große Fotoausstellung besuchen oder einfach nur einen Tag lang Stadtansichten, Denkmäler und Straßenleben fotografieren. Evtl. verbunden einem Abstecher in eines der überregionalen Fotogeschäfte. (Vorher Portemonnaie zunähen.)
Wichtig: die Hauptperson ist der Fotograf – also kein Genörgel, wenn er stehenbleibt und vielleicht etwas länger braucht, um den richtigen Ausschnitt und die richtigen Einstellungen zu finden.

Nerven und Zeit

Wenn wir schon dabei sind, etwas für den anderen zu tun, wie wäre es, wenn Ihr einen Gutschein für eine Portraitsitzung verschenkt, bei der der/die Beschenkte Euch nach Herzenslust Anweisungen geben und fotografieren darf, ohne dass Ihr gelangweilt oder genervt drein blickt.

Software

Das Thema Bildbearbeitung ist auch für einen Hobbyfotografen wichtig, aber es muss nicht gleich der teure Photoshop sein. Wie wäre es dagegen mit Lightroom, zur Zeit sogar im Sonderangebot erhältlich. (86,85 Euro)

Bücher

Neben Ausstellungen können auch Bücher, speziell Bildbände, eine gute Quelle der Inspiration und „Weiterbildung“ im Bereich Bildgestaltung sein. Besonders Bücher die die Denk- und Arbeitsweise von Fotografen verdeutlichen, sind da ein gutes Geschenk.

Ich kann den (mit fast 100,00 Euro nicht gerade preiswerten) Bildband Magnum Contact Sheets empfehlen.

(Mehr Bücher kommen)

Filme

Filme über Fotografie und Fotografen sind ein tolles Geschenk. Die Dokumentation War Photographer zeigt auf beeindruckende Art die Arbeit des Fotografen James Nachtwey, der als einer der bedeutendsten Bildjournalisten unsere Zeit gilt.

Es ist wirklich spannend, aus dem Blick über seine Kamera hinweg verfolgen zu können, wann er was wie fotografiert. Und es geht dabei zum Glück nur wenig um die Action des Krieges, sondern um die Dokumentation des Lebens der Betroffenen. Und darum, wie man aus solchen Bildern eine Ausstellung macht.


(Anm.: Eine aktuellere Version mit anderen zusätzlichen Geschenketipps für Fotografen habe ich hier veröffentlicht.)

/ 16. Dez 2014

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