Geschenkideen für Fotografen / 2

Illustartion "Alte Kamera als Geschenk"

Alte Kamera (siehe unten)

Die Frage: „Was kann man einem Fotoamateur schenken?“ bzw. „Was ist ein gutes Geschenk für einen Fotografen?“ erreicht mich beständig jedes Jahr um diese Zeit (die folgenden Tipps gelten aber natürlich auch für Geburtstagsgeschenke für Fotografen). Letztes Jahr habe ich zu diesem Thema schon einen Text veröffentlicht und vieles davon, wie der Tipp mit den lichtstarken und doch preiswerten Objektiven, ist auch jetzt noch aktuell.

Jedes Jahr kommen aber neue Geschenkideen hinzu, deshalb werde ich die Fragen nach Geschenken für Fotografen (hier sind natürlich in erster Linie die mehr oder weniger stark engagierte Fotoamateure und keine Berufsfotografen gemeint) jetzt wieder aktuell beantworten. (Ich habe diesen Text am 17.12.14 zuletzt aktualisiert.)

Schleichwerbung

humboldt Fotolehrgang

humboldt Fotolehrgang

Nicht ganz ohne Eigennutz wie schon im letzten Jahr hier zu Anfang zwei Hinweise in eigener Sache:

Erstens: Vielleicht wäre ja ein Grundlagenkurs zur Fotografie bei mir (Link zu Kurs 1, Link zu Kurs 2) oder ein Bildbearbeitungskurs oder eines meiner Bücher auch ein passendes Geschenk.

Zweitens: Weiter unten findet Ihr unter anderem einige Angebote von Amazon. Wenn Ihr über die dort angegebenen Links kauft, erhalte ich einige Prozente Provision, ohne dass es Euch mehr kostet. Und wenn Ihr die Sachen woanders günstiger seht und wohlmöglich auch noch gut beraten werdet, kauft dort.

Dauerbrenner

Wie wäre es mal mit einem Geschenk, von dem man ein ganzes Jahr etwas hat?

In meiner Heimatstadt gibt es die Möglichkeit, Mitglied im „Unterstützungsverein“ des Museums zu werden. In Essen ist das der Kunstring Folkwang. Mit der Mitgliedsgebühr von etwa 50,00 Euro pro Jahr erhält man die Möglichkeit, das Museum ein Jahr lang beliebig oft ohne Eintrittskarte zu besuchen und wird zu Ausstellungseröffnungen etc. eingeladen. In anderen Museen gibt es statt dessen vielleicht Jahreskarten oder ähnliches.

Die so ohne finanziellen Aufwand mögliche (und mit leichtem Druck durch die Einladungen etc. geförderte ;-) ) Auseinandersetzung mit gestalteten Bildern (das müssen gar nicht unbedingt immer Fotos sein) können die eigene Kreativität ungemein positiv beeinflussen. Man erhält neue Anregungen und Ideen.

Oder wie wäre es mit einer Jahreskarte für den nächsten Zoo oder zur Landesgartenausstellung oder einem Abonnement für eine gute Fotozeitung? (Welche Fotozeitung ich empfehle, kannst Du hier nachlesen.)

Der Vorteil bei solchen Dauerbrenner liegt auch darin, dass man auch fürs nächste Jahr direkt eine Geschenkidee hat. ;-)

Filmisches

Mit etwas Glück lässt sich ganz aktuell ein Kinobesuch verschenken, der Film „Das Salz der Erde“ von Wim Wenders über den Fotografen Sebastião Salgado ist eine Pflichtveranstaltung für alle, die an Fotografie über die Blenden- und Zeitwerte hinaus interessiert sind.

Er läuft zur Zeit in den (Programm-) Kinos und eine Eintrittskarte(-ngutschein) ist sicher ein gutes (und nicht so teueres) Geschenk, wenn der Film in einem Kino in der Nähe gegeben wird (und deshalb braucht man etwas Glück für dieses Geschenk). Und kauf gleich auch eine weitere Eintrittskarte für Dich selber, auch für Nichtfotografen ist der Film sehr interessant.

Vermutlich wird er im Sommer auch auf DVD erscheinen, dann kann man ihn ja zum Geburtstag verschenken. (Hier meine Eindrücke von der Premiere des Films in der Essener Lichtburg.)

 (*) (*) (*)

Neben den Dokumentationen, wie dem schon im letzen Jahr empfohlenen Dokumentarfilm Warphotographer(*) gibt es natürlich auch Spielfilme zur und über oder mit der Fotografie, die über das Abbilden von Klischees hinausgehen und über die Fotografie als Medium, ihr Verhältnis zur „Realität“ oder die Rolle der Fotografie und der Fotografen in der Gesellschaft reflektieren.

Da sind dann als Klassiker zuerst Antonionis Blow Up(*) oder auch Hitchcocks Fenster zum Hof(*), dann aber auch Palermo Shooting(*), City of God(*), The Bang Bang Club(*),  Das erstaunliche Leben des Walter Mitty(*) oder auch One Hour Photo(*) zu nennen.

 (*)(*)(*)

Und wenn es eher was dokumentarisches und lehrreiches sein darf, möchte ich hier noch die BBC Serie The Genius Of Photography(*) (leider nur in english) erwähnen, die ich mir dieses Jahr selber wünsche, genauso so wie die 3er DVD Box  Kontaktabzüge(*) und die Dokumentation über die erst vor kurzem entdeckte Fotografien Vivian Maier(*).

Ich hoffe, die Weihnachtsfrau hat das gelesen. ;-)

Pfadfinder

Für „Studioknipser“ ist diese Geschenkidee eher nichts, aber für alle Leute, die gerne Landschaften, Stadtansichten und Architektur, Reisefotografie, das Leben auf der Straße, wilde Tiere etc. fotografieren kann das ein tolles Geschenk sein.

Ich finde es sehr nützlich, zu wissen, wo meine Bilder entstanden sind. Mein Gedächtnis hilft mir leider nicht ausreichend, manchmal kann ich nach einiger Zeit nicht mehr genau sagen, wo ein Foto entstanden ist. Da ist es dann sehr praktisch, dass man Fotos Standortdaten zuordnen kann.

Diese „Geokoordinaten“ können aber leider nur einige wenige Kameras selber erfassen und abspeichern. Die Alternative, eine nachträgliche Zuordnung, zum Beispiel im Kartenmodul von Lightroom(*), ist nicht nur zeitaufwendig, sondern oft auch nicht richtig präzise, es ist schwierig, anhand eines Satellitenbildes nachträglich den Aufnahmestandort zum Beispiel bei Fotos einer Wanderung in einem ausgedehnten Waldgebiet wiederzufinden.

(*) Ein GPS-Logger

(Abbildung vermutlich größer als das Original)

So ist es sehr praktisch, dass man mit einem kleinen Kästchen, einem sogenannten „GPS-Logger„, die gelaufene Route (den „Track“) aufzeichnen und nachträglich automatsiert die Standorte den Bildern zuordnen kann. Das geht dann auch für ganz viele Bilder mit ein, zwei Mausklicks ganz fix. Und präziser ist es auch noch.

Die Geräte sind mittlerweile immer preiswerter geworden, schon für deutlich unter 100,00 Euro sind gute GPS-Logger zu finden.

Meinen besitze ich schon seit vielen Jahren, selbst der Nachnachfolger ist nicht mehr erhältlich, deshalb verlinke ich hier(*) auf eine Seite mit Alternativen. Ich würde mich vermutlich für dieses Gerät(*) entscheiden.

Alte Kamera

D5II3_3407Das liest sich jetzt vielleicht etwas komisch, aber verschenke doch einfach mal ein altes Möhrchen, so eine alte Kamera, die noch mit Film bestückt werden muss.

Die analoge Fotografie ist zur Zeit wieder richtig in, und viele, gerade junge Leute, die die Fotografie erst digital kennengelernt haben, begeistern sich für die alten Präzisionsgeräte. Funktionsfähige Modelle bekommst Du einigermassen günstig bei Ebay. Und selbst wenn die Kamera nicht mehr funktioniert, ist sie immer noch eine schönes Schaustück im Regal. Vielleicht hast Du ja sogar selber noch ein alte analoge Kamera im Keller oder auf dem Dachboden. Du wirst Dich wundern, wieviel Begeisterung das bei fotoaffinen Menschen auslösen kann.

Wer weiß, wohlmöglich verschenkst Du ja auf diese Art sogar eine neue Leidenschaft und im nächsten Jahr steht dann um diese Zeit ein eigene Dunkelkammer auf der Wunschliste. (Eine ausführliche und trotzdem kostenlose Anleitung zur Filmentwicklung und Vergrößerung findet der Beschenkte dann in meinem „Fotolehrgang im Internet„.)

Klassiker

Lightroom darf hier in der Reihe der Empfehlungen für Geschenk nicht fehlen. Es ist wirklich so etwas wie das Schweizer Offiziersmesser für die Bildbearbeitung. Während früher mein Bilder alle durch Photoshop gingen, verwende ich seit Jahren Lightroom, mit dem ich wesentlich schneller und effektiver meine Bilder verwalten und ausarbeiten kann. 100% meiner Fotos laufen durch Lightroom und nur noch 10% bis 15% durch Photoshop.
Lightroom verschenken(*)

(*)

 Farbtreue

Die vielen digitalen Fotos bleiben leider oft im Rechner gefangen. Dabei wäre es ja schon schön, wenn die besten auch mal an die Wand oder in ein Fotobuch kommen würden.
Aber ist der Monitor überhaupt richtig eingestellt?
Sieht man da überhaupt das Bild so, wie es später ausgedruckt wird?
Um solche Fragen zuverlässig und verbindlich klären zu können, sollte auch der eigene Monitor kalibriert bzw. profiliert werden. Und dazu benötigt man eine zuverlässige Methode, die eigene Augen sind damit überfordert.
Ich verwende seit vielen Jahren dazu ein Produkt der Firma Datacolor, das (das soll der Ehrlichkeit halber gesagt werden) mir damals für ein Buchprojekt kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.
Mittlerweile ist die Technik zwei Generationen weiter (und ich sollte mich auch mal um eine neues Gerät kümmern). Wenn Du den Nachnachfolger meines alten Spyder2Pro von Datacolor, den Spyder4Pro(*) verschenken willst, kannst Du ihn u.a. hier(*) kaufen.


Damit bin fürs Erste durch mit meinen Vorschlägen, aber ziemlich sicher werde ich diesen Text in den nächsten Tagen noch um weitere Punkte ergänzen.

So oder so  wünsche ich Dir

ruhige Feiertage und einen guten Rutsch in ein glückliches 2015.

/ 20. Nov 2015